Kommentar zum rap.de Kommentar “Deutschrap braucht ein #MeToo”

Hey Oliver Marquart, hey rap.de, hey BACKSPIN, hey Rap! über was müssen wir eigentlich gerade reden? Darüber dass es nicht klar geht, Frauen „an den Haaren durch’s Haus zu schleifen“? Wahrscheinlich sollten wir auch darüber reden, ja, denn jeden dritten Tag bringt in Deutschland ein Mann eine Frau um. Es ist nicht der kranke, böse Fremde, der Nachts hinter der Ecke auflauert. Täter dieser Femizide sind die Ehemänner, Partner, Brüder, Freunde. An den Haaren durch’s Haus schleifen? Ja, darüber sollten wir reden. Mein Nachbar hat seine Frau geschlagen. Ich habe bei ihm geklingelt, ihm gedroht, mit ihm gesprochen, ihn angezeigt, […]

Volksfest.

Volksfest also. Theater. “National”-Theater. Keine Ahnung, wie viele von den ca. 450 Zuschauer*innen das jetzt lesen, die die Aufführung “Volksfest” des Mannheimer Stadtensemble auf dem Vorplatz des Nationaltheater Mannheim gesehen haben. Ich hoffe einige. Ich will nämlich los werden, dass ich euch verdammt dankbar bin. Als ich mich vor Monaten mit der Regisseurin Beata Anna Schmutz getroffen habe, um mehr über ihre Pläne zu erfahren und mich dazu entschieden habe, Teil des Ensembles zu werden, habe ich mich vor allem gefragt: Wie anders wird es sein, diese Art von Kunst zu performen. Die Frage für mich war nicht: Ist die […]

JuZ Friedrich Dürr bleibt.

1996 feierte ich meinen fünfzehnten Geburtstag in der pfälzischen Kleinstadt Neustadt an der Weinstrasse. Die Pogrome von Rostock-Lichtenhagen waren da gerade vier Jahre Geschichte. Neustadt war alles andere als das viel gepriesene linksliberale Kleinstädtchen, dass es gerne sein wollte. Es gab zu dieser Zeit eine sehr aktive, bundesweit vernetzte Naziszene. Sie sammelte Informationen über politische Gegner aller Parteien, bedrohte alternativ aussehende Jugendliche (wie ich einer war) und beschoss Kebab Restaurants mit Schnellfeuerwaffen. Als in Berlin eine Bombe bei einem Buchhändler hoch ging, stand seine Anschrift auf der Liste der gesammelten Adressen dieser Gruppe. Die Presse schrieb über die Vorderpfalz als […]

20 G(edanken) zu G20

Wir machen einen Deal: Wenn ihr euch ab jetzt mit genau der gleichen Energie mit der ihr euch über diese “linken Chaoten” aufregt, dafür einsetzt, dass: es keine Abschiebungen mehr in Krisen- und Kriegsgebiete gibt. Homophobie/ Transphobie keinen Platz mehr in dieser Gesellschaft hat. Frauen gesellschaftlich gleich behandelt werden. anerkannt wird, dass die Polizei Grundrechte mit Füßen getreten hat – Beim G8, bei Stuttgart 21, beim G20 und zu evtl. ein bis zwei kleineren Anlässen. eure Großeltern Weihnachten nicht alleine verbringen. eure Kinder von euch nicht autoritär sondern partizipativ, gewaltfrei und demokratisch erzogen werden. Empathie wieder eine Eigenschaft wird, die […]

We love Youganda

Wie ist es, wenn ein deutscher Rapper in Uganda einen Song mit lokalen Künstlern aufnimmt? Chaoze One reiste im Auftrag einer NGO aus Hamburg nach Kampala. Ein Reisebericht. Als ich morgens um 6.45 Uhr nach 13 Stunden Flug in Entebbe lande, bin ich erst einmal irritiert: Weit und breit ist niemand, der mich abholt. Dann eben ein Taxi. Die erste Autofahrt in Kampala mutet an wie ein Suizidversuch, aber endlich erreiche ich die Unterkunft, in der sich der Rest der Gruppe aus Hamburg bereits befindet. Der Auftrag und der Plan für den Aufenthalt lauten: einen Song mit einem lokalen Künstler aufnehmen und […]

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